Deutsch

buchstaben
Deutsch – mehr als nur ein Aneinanderreihen von Buchstaben!

Der Erhalt und die Förderung der deutschen Sprache sind elementare Stützpfeiler unseres Lehrplans.

Auf dieser Seite sollen die wichtigsten Fakten und Lerninhalte rund um das Unterrichtsfach „Deutsch“ vorgestellt werden. Nutzen Sie für Diskussionen über die Themen unser Forum.

 

Korrekte Leerzeichen

da viele Leute an scheinend keine Ahnung hiervon haben ,werde ich diesen Leuten hier mit die korrekte Leer Zeichen Setzung bei bringen .

Wie Sie soeben sahen, ist inkorrekte Leerzeichensetzung nicht nur ein Verstoß gegen die Rechtschreibregeln. Das Sehen selbiger ist mit furchtbaren Schmerzen gleichzusetzen. Deswegen möchte ich der Volksverdummung entgegenwirken, indem ich den Lesern dieses Beitrages die Regeln erläutere. Ich möchte anmerken, dass es hier nur um die Grundlagen geht. Die in der Rechtschreibung bewanderteren Leute werden es viel genauer wissen. Allerdings darf man von Kretins, welche nicht einmal ansatzweise die korrekte Leerzeichensetzung beherrschen, nicht sonderlich viel erwarten.

Ums klarzustellen, möchte ich vor der Erläuterung noch folgende Worte an Sie richten: Mir geht es nicht um kleine Fehler, die jedem aktiven Schreiber passieren können, sondern um Rechtschreibkriminelle.

1. Deppenleerzeichen
Als »Deppenleerzeichen« bezeichnet man die Trennung von Zusammensetzungen durch Leer Zeichen – hier sahen Sie bereits das erste Beispiel.
Es ist eigentlich ganz einfach.

1. Zusammengesetzte Nomen (Komposita) schreibt man normalerweise zusammen.
Ich habe im Deutschunterricht nicht aufgepasst.
Falls der Schreiber das Kompositum für schlecht lesbar hält, kann er es auch mit Bindestrich schreiben. Dann wird der Bestandteil nach dem Bindestrich allerdings großgeschrieben.
Ich habe im Deutsch-Unterricht nicht aufgepasst.
Falls ein Eigenname Bestandteil des Kompositums ist, ist selbiges mit Bindestrich zu schreiben.
Das Neusiedler-See-Gebiet liegt in Burgenland.
Ist der Name allerdings verblasst, schreibt man normalerweise zusammen.
Dieselmotoren werden schon bald nicht mehr zugelassen.
Seltener: Diesel-Motoren werden schon bald nicht mehr zugelassen.

2. Verben mit trennbaren Präfixen werden nur in infiniten Formen zusammengeschrieben.
Das ist weggefallen.
ABER: Weg fällt das.
Falls der erste Bestandteil nicht ohne das Verb verwendet werden kann (oder fast ausschließlich mit dem Verb gebraucht wird), wird stets zusammengeschrieben.
Alles wurde zunichtegemacht.
Falls ein einzelner Bestandteil durch Leerzeichen getrennt werden kann, gilt die Getrenntschreibung.
Das wird niemals infrage kommen. => Man schreibt »infrage kommen«, da man auch »in Frage kommen« schreiben könnte.
Ist der erste Bestandteil ein Nomen, gilt die Getrenntschreibung, wenn das Nomen in Verbindung mit dem Verb keine eigene Bedeutung entwickelt.
Ich will Auto fahren.
ABER: Ich will eislaufen.
Mit Adjektiven und Verben kann man sichs aussuchen, solange der erste Bestandteil ein einfaches Adjektiv im Positiv und der zweite Bestandteil ein transitives Verb ist. In anderen Fällen gilt die Getrenntschreibung. Bei einer ganz neuen Bedeutung wird allerdings auch hier zusammengeschrieben.
Schädlinge werden die Felder kahlfressen/kahl fressen.
Sie will es lauwarm machen.
Bei Verbindungen mit dem Verb »sein« gilt stets die Getrenntschreibung – in der nominalisierten Form aber nicht!
Weiters ist bei Verbindungen mit den Verben »bleiben« und »lassen« beides zulässig.
Ich will da sein. ABER: Mein Dasein hat einen Sinn.
Ich werde es bleibenlassen/bleiben lassen.

3. Zusammengesetzte Adjektive – damit meine ich, dass das erste Adjektiv das zweite modifiziert – schreibt man normalerweise zusammen.
Sie sind ein halbintelligenter Volltrottel.
Bei zusammengesetzten Adjektiven mit dem Negativadverb »nicht« als Bestandteil ist ebenfalls beides zulässig.
Nichtdeutsche Menschen/Nicht deutsche Menschen haben dieselben Rechte wie deutsche.

2. Plenks und Klemps
Plenken ist Internetz-Vernakularsprache und bezeichnet das inkorrekte Setzen eines Leerzeichens vor einem Satzzeichen. Klempen bezeichnet hingegen das inkorrekte Weglassen eines Leerzeichens nach einem Satzzeichen.

Vor Punkt, Komma, Rufzeichen, Fragezeichen und Kolon steht im Deutschen kein Leerzeichen, nach diesen Satzzeichen aber schon!
Mir gehts gut.
Gehts Ihnen gut?
Ja, mir gehts gut!
Sie sagt: »Ihnen gehts gut, nehme ich an
Satzzeichen, welche mitten in einem Wort stehen, werden überhaupt nicht von Leerzeichen umgeben.
Mir gehts gut.

3. Fehlende Leerzeichen
Der Gedankenstrich und die Ellipse werden auf beiden Seiten von Leerzeichen umgeben.
»Es ist wirklich erschütternd Wir werden Sie kontaktieren, wenn das Problem gelöst ist.«, schrieben sie.
Wenn die Ellipse aber nur für die Auslassung einiger Buchstaben steht, wird sie nicht von Leerzeichen umgeben.

Vor Maßeinheiten muss normalerweise ein Leerzeichen stehen.
17 % der Befragten beantworteten die Frage mit »Ja.«

Außerdem ist auch bei Abkürzungen ein Leerzeichen notwendig.

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Korrekte Lerzeichensetzung

 

Der Apostroph

Der (und nicht das!) Apostroph ist ein Interpunktionszeichen, welches im Deutschunterricht viel zu wenig Aufmerksamkeit findet. Deshalb werde ich hier die Apostrophregeln zusammenfassen.

Wann verwende ich einen Apostroph?

– Der Apostroph kann bei der schriftlichen Wiedergabe mündlicher Umgangssprache verwendet werden.
’s ist schon spät.
Es gibt ’ne Option!

– Der Apostroph kann verwendet werden, wenn das Pronomen »es« mit einer Präposition, einer Verbform oder einem Pronomen verschmilzt. Man kann ihn aber auch weglassen.
Wie gehts/geht’s Ihnen?
Ich finds/find’s gut.

– Beim Genitiv von Namen, welche auf s-Laute enden und keinen Artikel oder Ähnliches bei sich haben, setzt man normalerweise einen Apostroph. Alternativ kann man die veraltete »ens«-Form verwenden.
Zacharias’/Zachariasens Nachname

Wann verwende ich keinen Apostroph?

– Das Plural-s wird nie mit einem Apostroph abgetrennt.
Das Auto – die Autos
Der LKW – die LKWs [Anmerkung: Eigentlich sollte es »die LKW« heißen, da man auch nicht »die Lastkraftwagens« sagt. »LKWs« ist dennoch eine akzeptable Pluralform.]

– Bei Verschmelzungen von Präpositionen mit dem bestimmten Artikel wird normalerweise kein Apostroph gesetzt. Die einzige Ausnahme bilden sehr umgangssprachliche Verschmelzungen, welche noch nicht im Duden stehen.
Fürs, ins, ans, ums
Vorm, hinterm, im
ABER: Mit’m, nach’m, auf’m, für’n

– Der Imperativ der zweiten Person Singular wird nie mit Apostroph gebildet.
Tu es!
Wart auf mich!
Geh weg!

– Regelwidrig ist der Apostroph außerdem, wenn ein e in der Infinitivendung, im Indikativ Präsens oder bei einigen Konjunktivformen wegfällt.
Sie wills/will’s lehrn.
Ich hab eine Idee.
Ich wär gerne dort.

– Verkürzte (aber häufig gebrauchte) Formen bestimmter Wörter werden stets ohne Apostroph geschrieben.
Rauf (herauf), runter (herunter)
Öd (öde), heut (heute)
Bursch (Bursche)

Der Genitiv von Namen ohne Artikel oder Ähnliches – ein Sonderfall

Abgesehen von Namen auf s-Laute steht im Deutschen in diesem Fall kein Apostroph.
Jedoch wurde diese Regel mit der Rechtschreibreform aufgeweicht.
Laut Duden darf nun ein Apostroph gesetzt werden, um die Grundform des Namens zu verdeutlichen. Wenns ohne den Apostroph eine Verwechslungsgefahr gäbe, sollte man ihn meiner Meinung nach sogar setzen.
Carlo’s Bäcker
=> Ohne Apostroph könnte es sowohl »Herrn Carlos Bäcker« als auch »Herr Carlos Bäcker« heißen. Mit Apostroph ist es unmissverständlich.
Man kanns also nicht als falsch rechnen, wenn jemand beispielsweise »Peter’s Idee« schreibt.

Typographie

Häufig wird nicht der korrekte Apostroph, sondern das sekundäre Anführungszeichen , der Akutakzent ´ oder der Gravisakzent ` verwendet. Dies ist jedoch inkorrekt. Es wird korrekterweise als »Deppenanführungszeichen« bzw. »Deppenakzent« bezeichnet.

Den korrekten Apostroph erreicht man …
… auf Fenster durch Alt + 0146
… auf Apfel durch ⌥ + Veränderung (»unredlich«: Shift) + #
… auf Linuchs durch Alt Gr + Veränderung + B (Alt Gr + Veränderung + N bei neueren Versionen)

Dann gibt es noch das Ersatzzeichen, welches verwendet wird, wenn der korrekte Apostroph nicht verfügbar ist (zum Beispiel auf Mobiltelefon-Tastaturen) und einfach durch Veränderung + # erreicht werden kann. Auf schweizerischen Tastaturen gibt es direkt eine Taste fürs Ersatzzeichen.

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Der Apostroph

 

Anführungszeichen

Im Internetz gibt es kaum häufigere Fehler als Anführungszeichen-Fehler. Darum werde ich Ihnen mit diesem Beitrag mitteilen, welche Anführungszeichen Sie verwenden dürfen und wie Sie selbige am Heimrechner erreichen.

Laut Duden gilt:

Der Rechtschreibduden (24. Auflage) hat geschrieben:Im deutschen Schriftsatz werden im Allgemeinen die Anführungszeichen „…“ und »…« sowie ihre einfachen Formen ‚…‘ und ›…‹ verwendet. Sie stehen ohne Zwischenraum vor und nach den eingeschlossenen Textabschnitten, Wörtern u. a. (Seite 102)

Genaueres werden Sie noch erfahren.

Die „deutschen Anführungszeichen“
Hier steht das erste Anführungszeichen unten und das zweite oben. Eine Merkhilfe hierfür: 99–66
Die sekundären Anführungszeichen sind einfach die »halben Zeichen«. In der Fachsprache spricht man von einfachen Anführungszeichen.
Das korrekte Zeichen kann man durch folgende Tastenkombinationen erreichen:

Fenster
Alt + 0132, Alt + 0130 fürs einfache Anführungszeichen

Fenster
Alt + 0147, Alt + 0145 fürs einfache Anführungszeichen

Apfel
Alt + ^, Alt + S fürs einfache Anführungszeichen

Apfel
Alt + 2, Alt + # fürs einfache Anführungszeichen

Linuchs
Alt Gr + V, Alt Gr + Veränderung (unredlich: »Shift«) + V fürs einfache Anführungszeichen

Linuchs
Alt Gr + B, Alt Gr + Veränderung + B fürs einfache Anführungszeichen
Die Alternative: »Guillemets«
Guillemets sind die vor allem im Buckdruck gebräuchliche Alternative.
Sie werden in vielen Sprachen verwendet, zum Beispiel im Russischen, Portugiesischen, Griechischen oder Französischen.
In manchen Sprachen werden sie mit den Spitzen nach innen verwendet, in manchen mit den Spitzen nach außen. Im Deutschen verwenden wir die Guillemets mit den Spitzen nach innen. Die Ausnahme bildet die Schweiz, wo die knorken Guillemets mit den Spitzen nach außen zu verwenden sind.
Das korrekte Zeichen erreicht man durch folgende Tastenkombinationen:
»
Fenster
Alt + 0187, Alt + 0155 fürs einfache Anführungszeichen
«
Fenster
Alt + 0171, Alt + 0139 fürs einfache Anführungszeichen
»
Apfel
Shift + Alt + Q, Veränderung + Alt + N fürs einfache Anführungszeichen
«
Apfel
Alt + Q, Veränderung + Alt + B fürs einfache Anführungszeichen
»
Linuchs
Alt Gr + Y, Alt Gr + Veränderung + Y fürs einfache Anführungszeichen
«
Linuchs
Alt Gr + X, Alt Gr + Veränderung + X fürs einfache Anführungszeichen
Tertiäre Anführungszeichen
Es gibt unterschiedliche Meinungen zum Thema, was denn zu tun sei, wenn ein Zitat in einem Zitat in einem Zitat vorkommt. Manche empfehlen die Verwendung der primären Anführungszeichen.
»›»Das ist gut«, haben Sie gesagt‹, hat er gesagt«, wurde geschrieben.
Andere empfehlen die Verwendung von Anführungszeichen aus anderen Sprachen als »dritte Ebene«. Hier einige Beispiele:
»›“Das ist gut”, haben Sie gesagt‹, hat er gesagt«, wurde geschrieben. (mit englischen Anführungszeichen)
»›«Das ist gut», haben Sie gesagt‹, hat er gesagt«, wurde geschrieben. (mit französischen Guillemets)
»›Das ist gut, haben Sie gesagt‹, hat er gesagt«, wurde geschrieben. (mit japanischen Anführungszeichen)
Die “englischen Anführungszeichen”
Im Englischen sind – im Gegensatz zum Deutschen – beide Anführungszeichen oben. Anders als im Deutschen verwendet man außerdem im britischen Englisch die einfachen Anführungszeichen als primäre Anführungszeichen und die doppelten als sekundäre. Im amerikanischen Englisch werden aber nach wie vor die doppelten Anführungszeichen als primäre Anführungszeichen verwendet.
Das korrekte Zeichen erreicht man durch folgende Tastenkombinationen:

Fenster
Alt + 0147, Alt + 0145 fürs einfache Anführungszeichen

Fenster
Alt + 0148, Alt + 0146 fürs einfache Anführungszeichen

Apfel
Alt + 2, Alt + # fürs einfache Anführungszeichen

Apfel
Veränderung + Alt + 2, Veränderung + Alt + # fürs einfache Anführungszeichen

Linuchs
Alt Gr + B, Alt Gr + Veränderung + B fürs einfache Anführungszeichen

Linuchs
Alt Gr + N, Alt Gr + # fürs einfache Anführungszeichen
„Falsche Anführungszeichen´´ – häufige Fehler
– Akzente, Anführungszeichen und Apostrophe sind nicht dasselbe!
Crêpe, eine »Partei«, Fritz’ Idee NICHT: C̶r̶e̶’̶p̶e̶,̶ ̶e̶i̶n̶e̶ ̶`̶`̶P̶a̶r̶t̶e̶i̶´̶´̶,̶ ̶F̶r̶i̶t̶z̶‘̶ ̶I̶d̶e̶e̶
– Zollzeichen und Anführungszeichen sind ebenfalls nicht dasselbe!
Sie sagte: »Sie sind dumm.« NICHT: S̶i̶e̶ ̶s̶a̶g̶t̶e̶:̶ ̶“̶S̶i̶e̶ ̶s̶i̶n̶d̶ ̶d̶u̶m̶m̶.̶“̶
– Kommata sind keine deutschen Anführungszeichen!
Sie sagte: „Halten Sie den Mund!“ NICHT: S̶i̶e̶ ̶s̶a̶g̶t̶e̶:̶ ̶,̶,̶H̶a̶l̶t̶e̶n̶ ̶S̶i̶e̶ ̶d̶e̶n̶ ̶M̶u̶n̶d̶!̶“̶
– Es gibt einen Unterschied zwischen sekundären Chevrons und »Größer- und Kleiner-als-Zeichen«!

Anmerkung: Die Schriftarten Renner (unredlich: »Courier«), Verdana, Tahoma und San Franziskus (unredlich: »San Francisco«) stellen deutsche Anführungszeichen nicht richtig dar. Sie eignen sich also nicht für deutsche Texte.

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Anführungszeichen

 

Morphologie

Die Morphologie ist in der Linguistik die Wissenschaft, die sich mit dem Aufbau eines Wortes beschäftigt. Da sie important für das Verstehen der deutschen Sprache ist, werde ich die Grundlagen der Morphologie erläutern.

Man kann einen Satz in verschiedene Satzglieder unterteilen.
Ich gehe in das Flüchtlingsheim. -> 3 Satzglieder
Man kann einen Satz in verschiedene Wörter unterteilen.
Ich gehe in das Flüchtlingsheim. -> 5 Wörter
Man kann einen Satz in verschiedene Morpheme unterteilen.
Ich gehe in das Flüchtlingsheim. -> 9 Morpheme

Das Morphem ist die kleinste Einheit mit grammatikalischer oder lexikalischer Bedeutung.

Damit man sich mehr darunter vorstellen kann:
– Lexikalische Morpheme sind die Wortwurzeln und somit die Grundlage für die Bildung von Wörtern. Das Nomen »Flüchtlingsheim« beinhaltet beispielsweise unter anderem die lexikalischen Morpheme {flüchtling} und {heim}.
– Flexivische oder flexive Morpheme zeigen bestimmte grammatikalische Funktionen an. Zum Beispiel beinhaltet die Verbform »macht« unter anderem das flexivische Morphem {-t}, welches anzeigt, dass es sich um die 3. Person Singular oder 2. Person Plural handelt.
– Derivative Morpheme bilden mit lexikalischen Morphemen Wörter und geben die Wortart an. Beispielsweise beinhaltet das Nomen »Bäcker« das lexikalische Morphem {back, bäck} (= das Morphem kommt in zwei Morphen – zwei differenten Formen, welche dasselbe ausdrücken – vor) und das derivative Morphem {-er}, welches das lexikalische Morphem {back, bäck} zu einem Maskulinum macht.

Man kann Morpheme außerdem nach zwei weiteren Eigenschaften in verschiedene Gruppen unterteilen:
– Wortfähigkeit: Wurzelmorpheme und Affixe
– Wortstatus: Freie Morpheme (Morpheme, die ohne ein weiteres Morphem ein Wort bilden können) und gebundene Morpheme (Morpheme, die nur mit mindestens einem weiteren Morphem ein Wort bilden können)

Ein Morphem kann übrigens auch unterbrochen werden. Dabei handelt es sich entweder um ein Zirkumfix (z. B. geschätzt) oder um ein lexikalisches Morphem, welches durch Konsonanten in bestimmter Reihenfolge (und nicht durch eine Silbe wie in Bäcker) eine bestimmte Bedeutung zeigt. Das ist in den semitischen Sprachen frequent anzutreffen (z. B. maltesisch »kelma«, Wort und »nitkellmu«, wir sprechen).

Falls eine bestimmte grammatikalische Funktion (z. B. Nominativ Singular) keine Endung hat, spricht man von einem Nullmorphem. Das Nullmorphem wird mit dem Zeichen Ø markiert. Vereinfacht kann man das Nullmorphem auch nicht als Morphem zählen.

Zwei differente Morpheme, welche dasselbe ausdrücken, sind Allomorphe. Beispielsweise hat das »e« in »Flüchtlingsheime« dieselbe Funktion wie das Nullmorphem in »Löffel« und das Morphem {-er} in »Kinder« – die Bildung der Pluralform im Nominativ.

Affixe sind gebundene Morpheme, welche das Wort erweitern. Sie können flexivische und derivative Morpheme sein. Es gibt folgende Affixe:
– Präfixe stehen vorm Morphem (z. B.: Vorsicht).
– Suffixe stehen hinter dem Morphem (z. B.: deppert).
– Zirkumfixe sind Affixe, bei denen der erste Teil vor und der zweite Teil hinter dem Morphem steht (z. B.: gemacht).
– Interfixe stehen zwischen zwei Morphemen (z. B.: Flüchtlingsheim).
– Infixe stehen mitten in einem Morphem (im Deutschen nicht existent).

Das wars eigentlich auch schon. Gar nicht so kompliziert, gell?

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Die Morphologie

 

Die Phonetik

Zum Erreichen des sprachlichen Ziels – der puristischen Sprache – ist natürlich auch eine gute Orthographie nötig, ebenso wie eine gute Aussprache. Auch bei Fremdsprachen muss man auf die Aussprache achten, ansonsten hört sich das so an.
Hierbei hilft die knorke Phonetik.
Ihr Erlernen kann sowohl Schwächen in der Aussprache als auch Schwächen in der Orthographie langfristig beheben. Daher werde ich Sie einmal über die Grundlagen informieren. Wie immer richtet sich auch dieser Beitrag über Sprachen vor allem an Jugendliche, die die deutsche Sprache nicht beherrschen. Deswegen werde ich einfach und selbst für täglich Masturbierende verständlich erklären.

Ein phonetisches Instrument zur Darstellung der korrekten Aussprache ist das sogenannte Internationale Phonetische Alphabet, kurz: IPA. Seine Symbole basieren hauptsächlich auf dem lateinischen Alphabet und auf dem griechischen Alphabet.

Die Vokale lassen sich in folgende Gruppen unterteilen: Vorderzungenvokale, Zentralvokale und Hinterzungenvokale. Die Aussprache kommt nun darauf an, ob der Vokal geschlossen, fast geschlossen, halbgeschlossen, mittig, halboffen, fast offen oder offen ist.
Schnellfuß veranschaulicht diesen Zusammenhang der Vokale recht gut.

SchnellfußVokalzusammenhang.png
Schnellfuß hat zu jedem dieser Laute einen Artikel. Hierbei handelt es sich um redliche Artikel – scheuen Sie sich also nicht, die Artikel zu lesen, falls Interesse besteht!

Ich werde Ihnen ein Beispiel geben: Wenn Sie das »i« in »Bibel« einzeln aussprechen und dabei Ihren Mund runden, wird es zu einem »ü«.
Wenn Sie das »i« in Bibel mehrere Male einzeln aussprechen und dabei die Öffnung in Ihren Lippen vergrößern, wird das »i« zu einem »e« wie in »Gebet«. Runden Sie diesen Vokal, wird er zu einem »ö« wie in »Zölibat«.
Wenn Sie die Öffnung Ihrer Lippen noch weiter vergrößern, wird aus dem »e« wie in »Gebet« ein »ɛ« (griechische Minuskel »Epsilon«), also ein kurzes »e«, oder auch ein »ä«, aus dem »ø« (»ö« wie in »Zölibat«) wird ein »œ«, also ein »kurzes ›ö‹«.
Wenn Sie die Öffnung ein weiteres Mal vergrößern, kommen Sie zur modernen Aussprache des englischen »a«. Dass das »a« im Englischen so ausgesprochen wird, liegt an der Großen Vokalveränderung (unredlich: »Great Vowel Shift«) – im 16. Jahrhundert wurde das »a« zu einem »æ«. Das »æ« hatte es im Englischen zwar schon früher gegeben, aber auf diese Weise wurde aus einem ehemaligen »a« ein »æ«. Es war aber nicht jedes »a« betroffen, daher gibt es auch das eine oder andere »a«, das nicht von der Großen Vokalveränderung beeinflusst war. Wir sehen hier, was phonetisch gesehen passiert ist: Die Öffnung beim »a« hat sich ein wenig verkleinert. Es ist allerdings anzumerken, dass es sich bei dem »a«, von dem ich gerade rede, nicht etwa um den deutschen Buchstaben »a« handelt – jener ist ein Zentralvokal, kein Vorderzungenvokal. Das »a«, das Sie schon bei einer kleinen Vergrößerung der Öffnung erhalten, ist z. B. im Französischen existent. Bei dem »ɶ« handelt es sich übrigens um einen unknorken dialektalen Laut, welcher vermieden werden sollte.

Auf die anderen Vokale werde ich nicht eingehen, da ich die Verschwendung von christlichem Speicherplatz vermeiden möchte. Ich empfehle Ihnen, den IPA-Artikel auf Schnellfuß zu lesen.

Nun werde ich auf die Konsonanten eingehen. Es folgt eine Abbildung, die unsere Artikulationsinstrumente zeigt.

Artikulationsorte.png
Wichtige Artikulationsorte:
1–2: Lippe (labial)
3: Zähne (dental)
4: Zahnfächer (alveolar)
5: Gegend hinter den Zahnfächern (postalveolar)
7: harter Gaumen (palatal)
8: weicher Gaumen (velar)
9: Gaumenzäpfchen (uvular, auch: postvelar)
10: Rachen (pharyngal)
11: Stimmbänder (glottal)

Es gibt folgende Gruppen von Lauten:

Frikativ: Die Frikative sind die wichtigste Lautgruppe. Sie existieren in Kombination mit jedem Artikulator. Bei einem Frikativ wird eine Engstelle gebildet. Dadurch wird die Luft verwirbelt, was dazu führt, dass der Frikativ erzeugt wird (z. B. »s«, »f«).
Plosive: Bei der Artikulation wird der Luftstrom blockiert (z. B. »p«, »t«). Das führt zu einer lautlichen »Explosion«.
Vibrant: Eine kurze Abfolge von Öffnung und Schließung zwischen dem beweglichen Artikulator und dem Artikulationsort führt zu diesem Laut. Vibranten sind immer stimmhaft, und es gibt nur alveolare, uvulare und bilabiale Vibranten.
Tipp (unredlich: »Tap«): Die Zunge schlägt gegen den Artikulationsort. Im Deutschen gibt es keinen Tipp.
Approximant: Die Luft kann relativ ausgeglichen und ungehindert durch die Mundöffnung strömen (z. B. »l«, alle Vokale)
Nasal: Die Luft strömt hauptsächlich durch die Nase heraus (z. B. »m«, »n«).
Klicklaut: Es wird mithilfe zweier Verschlüsse eine »Luftkammer« gebildet. Dadurch, dass ein Verschluss geöffnet wird, entsteht der Laut. Die Khoisan-Sprachen, welche von Negern in Südwestafrika gesprochen werden, kennen teilweise mehr als fünfzig Klicklaute.
Affrikate: Eine enge Verbindung aus Frikativ und Plosiv sorgt dafür, dass die »Explosion« in den Frikativ übergeht (z. B. »dsch«).

Die meisten Artikulationsorte sehen Sie bereits auf der Abbildung. Dennoch seien sie angesprochen:

Velare werden dadurch gebildet, dass der hintere Zungenrücken am Gaumensegel einen Verschluss bildet (–> »k«, »g«) oder sich zumindest stark dem Gaumensegel nähert (–> »ch«). Die Labiovelare stellen eine Untergruppe dar, welche sowohl die Lippen als auch die Annäherung ans Gaumensegel zur Artikulation benötigt.
Glottale werden durch die Stimmritze gebildet (z. B. Glottisschlag).
Bilabiale werden mit beiden Lippen gebildet (z. B. »b«, »p«).
Alveolare werden am oberen Alveolarfortsatz gebildet.
Dentale werden mit den Zähnen gebildet (z. B. »f«). Die Labiodentale werden mit den Lippen und den Zähnen gebildet.
Uvulare werden unter Beteiligung des Gaumenzäpfchens gebildet (z. B. »r«).
Palatale werden durch Kontakt des vorderen Gaumens mit der Zunge gebildet (z. B. »j«)
Laterale sind Laute, bei denen der Überwindungsmodus an den Seiten zu finden ist (z. B. »l«).
Pharyngale sind typisch fürs Arabische. Es wird im Rachen eine Enge gebildet.
Retroflexe werden dadurch gebildet, dass die Zunge hinter den Zahndamm gedrängt wird.

Einige Laute, die konsonantisch und im Deutschen häufig sind:
[f] – stimmloser labiodentaler Frikativ
[v] – stimmhafter labiodentaler Frikativ
[s] – stimmloser alveolarer Frikativ
[z] – stimmhafter alveolarer Frikativ
[⁠ʃ⁠] – stimmloser postalveolarer Frikativ
[ʒ] – stimmhafter postalveolarer Frikativ
[p] – stimmloser bilabialer Plosiv
– stimmhafter bilabialer Plosiv
[t] – stimmloser alveolarer Plosiv
[d] – stimmhafter alveolarer Plosiv
[ŋ⁠] – stimmhafter velarer Nasal
[n] – stimmhafter alveolarer Nasal
[m] – stimmhafter bilabialer Nasal
[l] – stimmhafter lateraler alveolarer Approximant

Das englische »th« bereitet oft Probleme. Dies liegt daran, dass es den allgemein recht seltenen dentalen Frikativ repräsentiert. Er wird also nur mit den Zähnen gebildet.
Oft wird daraus ein [f] bzw. [v] gemacht, manchmal sogar ein [s]. Natürlich ist das nicht korrekt.

 

Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen sollen und ihm einträchtig dienen.

 

Dazu gehört natürlich auch eine tadellose Aussprache.

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Die Phonetik – der Weg zu einer puristischen Sprache